Thailand - Pattaya

Pattaya
Text: Joyce Frey
Reisezeit: Februar 2002

Thailand

 

 

Nach zwei ziemlich anstrengenden Reisenwochen in Vietnam und einem dreitägigen Aufenthalt in Bangkok, kam ich in Pattaya an. Von Bangkok aus war ich von einem Chauffeur hierhin gefahren worden. Wir fuhren am Meer entlang bei der Suche nach das Hotel, wo ich die nächsten zwei Wochen verbringen wollte.
 


 Überblick Thailand

Doch wir fuhren den Meer vorbei, wo viel Betrieb herrschte und gingen einen Hügel hinauf, abseits des Städtchens. Zwischen zwei anderen grossen Hotels stand das Meine.

Schon schnell ging ich auf eine erste Entdeckungstour. Der Strand lag tief unter mir. Um ihn zu erreichen musste ich viele Treppenstufen nach unten gehen. Das war nicht tragisch, aber all die Stufen wieder raufzugehen würde schwieriger werden. Darum liess ich es bei dem Anblick bleiben und ging auf die Strasse, wo ein paar kleinen Läden und einige Restaurants standen. Irgendwie gefiel es mir, doch ich fühlte jetzt schon, dass es mir hier langweilig sein würde.

Am Nachmittag ging ich die Treppe hinunter zum Strand, denn nach zwei anstrengenden Wochen hatte ich das Bedürfnis danach, was beinahe jeder im Urlaub machen will: “faulenzen unter der Sonne am Strand.“

Doch nach zwei Stunden war es mir schon zu langweilig geworden. Ich kletterte deshalb die Treppen hoch und ging unter die Dusche, um den Sand abzuspülen und danach auf die Strasse zu gehen. Aber da dort nicht viel zu erleben war, ging ich zurück zum Hotel um am Pool zu faulenzen.
 

Am Abend suchte ich ein Restaurant, um essen zu gehen. Kaum hatte ich das Menu bestellt, als die Beine heftig zu jucken anfingen. Wie üblich hatte ich vergessen, mich mit einem Mückenspray einzuschmieren. Da die Bedienung gesagt hatte, dass es noch eine Weile dauerte, bis das Essen kam, lief ich zum Hotel zurück um mich vor noch mehr Mückenstichen zu schützen. Ich hätte es gemütlicher nehmen können, denn ich musste immer noch auf mein Essen warten. Aber was lange dauert, soll gut sein - und das war es dann auch.

Am nächsten Morgen ging ich hinunter in die Stadt. Die Wanderung dauerte eine gute halbe Stunde und es was blutheiss. Ich lief am Schmalen Strand entlang, wo nur wenigen Menschen an der Sonne lagen. Auf dem Wasser herrschte viel Betrieb mit Parasailing und Wasserscooters.


Pattaya - Beach


Auf der andere Seite der Promenade verlief eine Strasse, wo ein Auto nach dem anderen vorbei sauste. Darüber waren Läden und Restaurants. Nun dachte ich, dass es doch gut war, ein ruhig gelegenes Hotel zu haben.
 


Pattaya

Ich lief bis zum Ende des Boulevard, wo wieder Hotels standen. Dann versuchte ich eine Bank, im Schatten zu finden, aber die waren alle besetzt. Schliesslich setzte ich mich auf einem Stein, denn ich war schon mehr als eine Stunde in der glühenden Hitze gelaufen.

Als ich ausgeruht war, versuchte ich über die Strasse zu kommen. Dies war aber nur bei ein Ampel möglich. Auf der andere Strassenseite schlenderte ich den Läden und Restaurants entlang. Auch die Seitenstrassen und Strassen dahinten durchquerte ich. Überall war es dasselbe: Läden, Restaurants und dubiöse Bars.

Es war schon spät am Mittag, als ich genug vom Lärm hatte und ins Hotel zurück gehen wollte.


Lust zu laufen, hatte ich nicht mehr. Ich ging deshalb zur Hauptstrasse, um ein Sammeltaxi zu besteigen. Es war kein Auto und auch kein Bus, eher ein kleiner Lastwagen mit einem Verdeck darüber. Die Fahrt kostete etwa drei Franken.
 

Am Abend spazierte ich in den kleinen Park hinten dem Hotel, wo die verschiedensten tropischen Pflanzen wuchsen. Sie wurden gerade bewässert. Es war eine Idylle für sich, vor allem als die Sonne unterging. Es erinnerte mich an meine Kindheit, als ich in Scheveningen die Sonnenuntergänge betrachtete. Aber hier, unter den Palmen, wirkte es viel romantischer.

So verbrachte ich die nächsten Tage in ähnlichem Trott. Ich hatte die "Schnauze voll" und wollte unbedingt wieder etwas erleben. Also hatte ich eine Tour zum Tiger Zoo gebucht. Ich war die erste, die am Morgen abgeholt wurde. Vom Hotel neben mir sollten auch einige Touristen mitkommen. Wir warteten eine halbe Stunde, bis endlich ein paar Russen kamen. Einer von denen fand es nicht einmal nötig, sich vollständig anzuziehen. Er erschien mit nacktem Oberkörper. Ein junges Pärchen schien mir aber nett zu sein. Die Frau sprach sogar einige englische Wörter.


Romantisches Park hinten dem Hotel


Später wurden noch mehr Russen und einigen Finnen abgeholt. Als wir den Zoo erreicht hatten, dürften wir zuerst ein Mutterschwein mit eine Schar Jungen sehen, die am Säugen waren. Einige Tiger konnten wir hinter Glas beobachten. Ebenso eine Frau, deren Körper mit Skorpionen bedeckt war. Für Geld konnte man sich mit Affen oder einem Tigerbaby fotografieren lassen.
 


Tiger Zoo Show

Gegen Mittag wurde eine Elefanten- und Krokodillschau vorgeführt und zum Schluss eine Zirkusnummer mit Tigern. Ich dachte: "Dieses Theater würden sie besser Tigerschau anstatt Tiger Zoo nennen."

Einige Tage später fuhr ich mit einem Boot zu einer nahe gelegenen Insel. Ich wollte auf dem Deck Platz nehmen. Dort lagen einige Thaigirls auf Liegebetten. Sie waren sehr ausgelassen. Ich wollte das einzige übrig gebliebene Bett nehmen und musste zu meiner Enttäuschung feststellen, das es kaputt war. Also legte ich meine Tasche auf den Boden, worin sich das Badetuch befand und setzte mich darauf. Eines der Mädchen wollte aufstehen, um mir ihre Platz anzubieten. Ich dankte herzlich, aber sagte, dass es auf dem Boden ganz gemütlich war. Ich merkte, dass sie über mich redeten und lachte ihnen zu.

Die Mädels waren ganz nett, aber auch laut und sie schrien vor Freude.

Ein Stück vor der Insel mussten wir auf ein langes schmales Boot umsteigen. Einigen Russen, die unter Deck gesessen waren, gingen als erste, die Thaigirls und ich als letzte. Bevor wir abfuhren, wurden die Bretter auf dem Boden aufgestellt, sodass wir durch den Glasboden ins Wasser sehen konnten, wo unter uns bunte Fische schwammen und Korallen majestätisch zu winken schienen. Die Mädchen kicherten wieder vor Freude. Da ich schon schönere Korallen gesehen hatte, machte es mehr vergnügen, die Freude der jungen Damen zu geniessen, die neben mir sassen.
 
Wir waren auf der Insel angekommen. Jeder ging seinen eigenen Weg.

Die Insel war klein. Auf der eine Seite war ein Hügel, wo Bäume und Sträucher wuchsen. Ich war hin und her gewandert und mietete mir schliesslich einen Liegestuhl unter einem Dach und bestellte etwas zu trinken. Doch von Schlafen konnte nicht die Rede sein. Ich sah dem Geschehen auf dem Meer zu. Ein Schiff nach dem anderen brachte weitere Touristen auf die kleine Insel. Am Mittag wurde ein Essen serviert, das im Ausflugspreis inbegriffen war. Ich schöpfte einen Teller voll mit exotischen, gutschmeckenden Speisen.

Am Nachmittag herrschte dann reger Betrieb. Ich sah den Menschen auf Wasserscooters und Bananenbooten zu, die es genossen übers Wasser zu rasen. Die Thaimädels liefen an mir vorbei, und als sie mich erkannten, riefen sie und winkten. Ich winkte zurück, und hoffte, das sie mich in Ruhe lassen würden.


Elefantenschau in Pattaya


Allmählich war es Zeit geworden, mich zum Boot zu begeben, um wieder zurück zu fahren. Als wir vom kleinen Boot auf das grosse umstiegen konnten, gings bald weiter. Die Mädels waren auch wieder da.
 


Pattaya Süd - Abseits der Hektik

Eines von ihnen wollte mir wieder ihren Platz anbieten, doch ich setzte mich auf mein Badetuch auf dem Boden. Das Boot musste wenden. Dabei lag es so schräg auf dem Wasser, dass ich samt Tuch unter mein Hinten ins Rutschen geriet. Unter heftigem kreissen der Girls war ich auf die andere Seite des Bootes gerutscht. Gerade noch konnte ich mir an der Reling festhalten, um mich vor einem Sturz ins Wasser zu bewahren.

Da die Mädchen so laut schrien, war die Frau des Bootsmanns auf Deck gekommen um nachzusehen. Sie sah mich hängen, aber das Boot lag indessen wieder horizontal auf dem Wasser, sodass ich wieder zu meinem Platz gehen konnte. Die Mädchen erzählten durcheinander was passiert war, und die eine, wie sie mir ihren Platz hatte geben wollen. Die Frau fragte, ob ich nicht lieber unter Deck gehen wollte, aber ich beharrte darauf, zu bleiben wo ich war.

Ohne weitere Zwischenfälle hatten wir den Hafen erreicht. An Land fand ich sofort ein Taxi und winkte bei der Abfahrt den Mädchen nochmals zu.

Einige Tagen später, wollte ich ins Alcazartheater gehen. Im Bus, womit ich hingefahren wurde, sassen schon eine Menge Russen, und andere wurden noch abgeholt. Doch diese machten einen sehr zivilisierten Eindruck. Der Parkplatz vor dem Gebäude füllte sich mit Bussen, die voll mit Touristen waren. Wir hatten reservierte Plätze, in der ersten Reihe die erhöht war vor der Bühne. Vor uns gab es nur noch ein paar Reihen “Halsweh.“
 
Die Schau begann. Die Musik war schrecklich laut. Ich bekam schon Angst, die Decke könnte in den überfüllten Saal hinunterstürzen. Die ersten Tänzer, die als Tänzerinnen verkleidet waren, kamen auf die Bühne. Wenn man nicht wusste, das sie Männer waren, würde man es gar nicht merken. Es wunderte mich, wie die Szenen schnell wechselten. Für jeden Song oder Tanz, gab es ein anderes Bühnenbild. Die Schau war fantastisch. Als einer der Tänzer zu mir lächelte, war ich von ihm total hingerissen. In den späteren Auftritten versuchte ich ihn wieder zu erkennen; aber jedesmal war alles anders.


Superschau in Alcazar


Sein süsses Lächeln durfte ich nur einmal erleben. Als die Vorstellung fertig war, suchten wir lange in der Menschenschar und in der Menge von Bussen nach unserem. Als ich am nächsten Tag durch die Stadt spazierte, dachte ich bei von jedem Thaijungen, er könnte die hübsche Tänzerin gewesen sein.

Allmählich ging der Urlaub zu ende. Ich schlenderte nochmals durch die hektischen Strassen von Pattaya, faulenzte am Strand oder am Pool, wo ich mich von einen netten jungen Mann verwöhnen liess, der mir unaufgefordert ein Badetuch, Tische und Aschenbecher besorgte.
 


Die kleine Welt...

Doch schliesslich war die Zeit gekommen meinen Koffer zu packen. Gegen Abend wurde ich vom Hotel abgeholt, um nach Bangkok gebracht zu werden, wo ich den langen Heimflug antreten musste.

Am nächsten Morgen, als ich nicht mehr weit von meinem Wohnort in der Appenzellerbahn sass, fragte mir ein Mann, weshalb ich so braun war. Ich erzählte, dass ich von Pattaya zurückgekehrt sei. Er auch. Ich erzählte mit welchem Flugzeug ich ab Bangkok geflogen war. Er auch. Wir leben in denselben kleinen Ortschaft. Wir waren zusammen in Pattaya gewesen, mit dem selben Zug nach Gossau gefahren und sassen nun im gleichen Zug nach Appenzell. Erst hier, kurz vor unserem Zuhause begegneten wir uns.

Wie klein die Welt doch ist...
     

Einige Jahre her war Joyce bereits in Thailand: Nord- und Südthailand und Phuket


 
Joyce