Spanien - Lanzarote

Lanzarote
Text und Fotos: Joyce Frey
Reisezeit: März 2006

Spanien

 

 

 

 
 
In einem Büchlein hatte ich gelesen, dass man versuchen sollte, im Flugzeug einen Fensterplatz auf der rechten Seite zu buchen. Ich hatte den gewünschten Platz bekommen.
Mit zwanzig Minuten Verspätung erlebte ich die faszinierende Landung auf der Kanarischen Insel Lanzarote.
Zuerst flog das Flugzeug über den Rand der Insel. dann machte es eine scharfe Kurve und flog erneut auf der Insel zu. Es ging immer weiter hinunter, bis die Maschine beinahe das Wasser berührte. Ich fürchtete schon, nasse Füsse zu bekommen. Doch die Räder der Maschine erreichten den trockenen Boden auf der Landebahn, die schon im Meer begann. Als wir aussteigen konnten, lachte die Sonne, bei der ich mich persönlich herzlich bedankte.
Denn nach dem langen, kalten, schneereichen Winter war mir ein bisschen Wärme sehr willkommen.  
Wenig später erreichte ich das Hotel Playa Dorada an der Playa Blanca. Nach dem Bezug des Zimmers mit einem Balkon, der auf einen Parkplatz gerichtet war, aber dahinter die Sicht auf das Meer bot und die Insel Fuerteventura.
Ich war am südlichsten Punk der Insel. Aus der Luft sehen die Inseln aus wie zwei Fische, die einander küssen wollen. Als ich mich eingerichtet hatte, ging ich auf Entdeckungstour. Dem Pfad entlang, der zur Promenade führte, wuchsen Kakteen, die gross und rund sind wie ein Fussball und solche, die wie Bäume aussehen, und dazwischen viele Anderen in bizarren Formen.
Die Umgebung gefiel mir auf Anhieb.
Die Promenade, die endlos zu sein schien, ist gemütlich.
Es hat viele Restaurants und Läden, auch an der parallel laufende Strasse.

Die Promenade von Playa Blanca

Tags darauf ging ich auf die andere Seite nach Papagayo. Auch dort ist es schön, und ein weiter Weg war zu gehen. Felsen ragen übers Meer, wogegen das Wasser schlägt. Auch ein übrig gebliebener Turm als Rest einer Festung steht dort verlassen hoch über dem Wasser.

 

Arrecife

Am dritten Tag wollte ich etwas anderes sehen und ging deshalb zur Bushaltstelle, um zur Hauptstadt Arrecive zu fahren. Eine Menge  Leute wartete dort schon. Als mit einer Viertelstunde Verspätung der Bus schon ziemlich voll ankam, stiegen die Leute ein. Aber nur Einige. Für die Meisten hatte es keinen Platz mehr.
Auch ich musste zurück bleiben. Nach zwei Stunden, als der nächste Bus kam, wieder das gleiche Bild. Doch nun hatte ich meine Lektion gelernt.
Ich stürmte nach vorn und konnte noch einen Stehplatz ergattern. Ich sah zu den enttäuschten Leuten, die nicht mitfahren konnten.

Arrecife

 In der Stadt angekommen, wanderte ich über die Promenade zum Castillo de San Gabriel, das über eine Brücke zu erreichen ist.
Dann ging ich in die gegenüber liegende belebte Einkaufsstrasse, die den Namen Calle Leon y Castillo trägt, wo es auch viele Terrassen hat. Ich schlenderte weiter und erreichte den kleinen Fischerhafen, wo einige blau bemalten Boote lagen. Dort liess ich mich auf einer Terrasse nieder und genoss die Sonne bei einem kühlen Getränk.
Anschliessend schlenderte ich durch enge Gassen Richtung  Bushaltestelle. Der Fahrplan, den ich hatte und jenes an der Haltestelle, stimmten nicht miteinander überein. Aber für beide Zeiten war ich zu früh und so schlenderte noch eine Weile dem Meer entlang und sah auf das Hotel, woran ich zuvor schon vorbei gegangen war, welches das einzige hohe Gebäude der Insel ist.

Castillo de san Gabriel

Anschliessend ging ich wieder zur Bushaltestelle. Dort stand ein Bus der nach Playa Blanca fuhr. Allerdings hatte er eine Tafel an der Scheibe, worauf der Name der Reederei stand, deren Fähre nach Fuerteventura fuhr.

Ich fragte den Chauffeur, ob er nach Playa Blanca fahre.
Er zeigte auf das Schild. Ich sagte, ich wollte zu der Fähre.
Er bat mich einzusteigen. Fahrgeld wollte er nicht. Nach mir stiegen noch drei andere Passagiere ein. Ich hatte den Platz hinter dem Chauffeur eingenommen und konnte nach allen Seiten sehen, wie die schwarze Landschaft aus Hügeln und Tälern an mir vorbei zog und betrachtete diese Luxusfahrt als Entschädigung für die Strapazen, die ich am Morgen über mich ergehen lassen musste.
Mir war klar, dass ich im Shuttlebus der Reederei sass und hoffte, der Bus würde nicht in das Schiff fahren.
Beim Hafen angekommen, konnten wir aussteigen. Mit schnellen Schritten ging ich an der Laufplanke des Schiffes vorbei und spazierte über die Promenade zum Hotel. 

 


Die nächsten Tage verbrachte ich mit langen Spaziergängen und Pausen am Pool. Dann machte ich einen
Ausflug in den Norden der Insel.
Der erste Halt war Teguise. Wir bekamen Zeit, uns die Kirche San Miguel und die nähere Umgebung anzusehen. Dann ging es weiter zum Aussichtspunkt auf der höchsten Stelle der Insel, Mirador de Haria, der immerhin 500 Meter hoch liegt.
Von dort konnten wir auf das Städtchen sehen, das von tausend Palmen umringt ist. Früher wurde hier bei der Geburt eines Kindes eine Palme gepflanzt.
Weiter ging es nach Mirador del Rio.
An diesem Punkt der Insel steht ein Mauer.

Aussicht Mirador de Haria mit der Aurorin

 Dahinter liegen ein Restaurant und eine Aussichtsterrasse auf den drei Inseln dahinter. Nur auf Graziosa sind einige Häuser und ein Restaurant für Tagesbesucher.
Weiter ging es zu den Grotten Cueva de los Verdes. Diese waren vor drei- bis viertausend Jahren von Lavamasse gebildet worden. Teils mussten wir gebückt hindurch gehen, doch dann waren wir in einem grossen Raum. Dort standen eine Bühne und fünfhundert Stühle. Hier werden Konzerte veranstaltet. Die Akustik soll gewaltig sein.

Cueva de los Verdes

Weiter ging es Treppen und Gänge auf und ab bis wir einen tiefen Abgrund erreichten. Ich sah mit Respekt aus Distanz hinunter. Dann warf der Reiseleiter einen Stein in die Tiefe, die zu Wellen anfing. Ich hatte keinen tiefen Abgrund gesehen, sondern stilles Wasser, worin sich die Höhe spiegelte.

Nach dem Mittagsessen und einer Fahrt an einer Kakteenplantage vorbei besichtigten wir das Haus von César Manrique, dem Held der Insel. Er war kein Seefahrer, sondern ein Künstler. Sein moderner Stil ist nicht nach meinem Geschmack, aber er hatte sich dafür eingesetzt, dass die Insel nicht durch moderne Hochhäuser verunstaltet wurde, sondern seine Eigenart erhalten geblieben war. Teils lag das Haus unter dem Boden in einer Höhle.

Das Haus von Cecar Manrigue

Die unterirdische Stube

Ich verbrachte weitere Tage mit Spaziergängen und Faulenzen am Pool. Dann wurde es wieder Zeit, einen Ausflug zu machen. Diesmal war es eine Tour im Süden der Insel. Sie begann im Nationalpark Timanfaya. An einer Stelle auf einem Hügel mussten wir uns in einem Halbkreis hinstellen. Wir bekamen Steinchen in die Hände, die vom Boden geschaufelt wurden. Sie waren sehr heiss. Einige Leute schrien auf und liessen die Steine sofort wieder fallen. Ich schüttelte sie von der einen Hand in die andere und warf sie schliesslich auch zur Boden. Etwas weiter wurde ein Loch gezeigt. Dort unten sollte noch eine gewaltige Hitze herrschen, obschon der Vulkan schon längst zur Ruhe gekommen war. Eine Pflanze wurde hinein gesteckt, die schnell zu brennen bekann. Die dritte Attraktion folgte. In ein Loch wurde Wasser gegossen. Nach drei Sekunden sollte das Wasser heraus gepustet werden. Ich machte meine Kamera bereit und wartete.

Nationalpark Timanfaya

Nach drei Sekunden gab es einen Knall, der mich derartig erschreckte, dass ich das Foto zu spät machte
Das Wasser schoss in die Höhe. Weiter ging die Fahrt durch das schwarze Gelände. Berge und Erde sind schwarz.

Es ging auf und ab über einen schmalen Weg, der stellenweise sehr kurvenreich ist mit tiefen Abgründen und einigen Kraterlöchern.
Mann konnte meinen, sich auf dem Mond zu befinden. Allerdings auf einem schwarzen Mond. Anschliessend wurde ein Ritt auf einem  Kamel gemacht. Schaukelnd ging es durch die karge Landschaft.

Weiter ging die Fahrt zu einer Weinkellerei. Dort konnten wir sehen, wie die Reben in Löchern mit niedrigen halbrunden Mauern aus schwarzen Lavasteinen, die sie vor dem Wind schützten, wachsen sollten.
Eine Degustation stand bevor. Ich kostete von den edlen Tropfen, die in diesem dürren Gebiet gereift waren.
 

Windschutz um den Weinreben

 
Am Nachmittag wurde im schönsten Dorf Spaniens, Yaiza, ein Essen angeboten. Natürlich fehlte auch der Wein nicht.
Nach dem Essen blieb mir noch Zeit, das Dorf anzusehen.
Doch die Schönheit war mir verborgen geblieben.
Weiter ging es zur grünen Lagune El Golfo. Wir mussten auf einen Hügel klettern um das Wasser zu sehen, das durch Algen grün gefärbt ist.

 

 

Die grüne Lagune von El Golfo



Etwas weiter sind steile Felsen, wo das Wasser mit Gewalt aufschlägt. Die Rückfahrt ging an den Salinen vorbei, bevor wir wieder unsere Hotels erreichten.

Am nächsten Tag stürmte und regnete es.
Am Nachmittag wurde es wieder sonnig. Ich machte einen Spaziergang auf der Promenade. Ein Teil davon war abgesperrt, weil die Wellen weit über die hohen Mauern schlugen.

Auch am nächsten Tag war es noch stürmisch. Ich sah lange zu, wie wild schäumende Wellen auf den schwarzen Felsen schlugen. Es sah aus, als wären sie aus Rasierschaum und versuchten die schwarzen Steine blank zu polieren.

 El Golfo

 

Danach wurde das Wetter wie es sein sollte, herrlichen Frühlingstemperaturen mit viel Sonne.
Die restlichen Tage verbrachte ich mit langen Spaziergängen und Faulenzen am Pool.

     

  Joyce