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Malta
Text: Joyce Frey
Reisezeit: August 1995

   

 

 

Hafen von Valetta (grand Harbour)

 

Nach der Landung in Luga wurde ich nach St.Julians gefahren, wo sich mein Hotel befand. Ich hatte dieses Ziel gewählt, weil es meinen ledigen Namen sehr ähnlich ist.( Julien) Das Hotel befindet sich mitten im „Jubel, Trubel und Heiterkeit.“
Mein Zimmer war ein Dachkämmerchen; es hatte allerdings  Dusche, WC und Fernseher.

Aber was sollte es. Ich brauchte es ja nur zum Schlafen und Duschen. Ich dachte schon wie die Malteser: Diese nehmen auch nie etwas ernst.

Schon bald ging ich die Umgebung auskundschaften. In der Nähe in der St. Julians Bay lagen viele kleine, bunte Boote. Aber das Wasser war zu schmutzig um darin baden zu gehen. Obwohl ich mich auf einer Insel befand, wo es noch herrlich warm war, hatte ich nicht damit gerechnet, hier baden zu können. Stattdessen wollte ich ein herrliches Stückchen Erde entdecken.

Nach der ersten Entdeckungstour landete ich wieder im Vergnügungszentrum: Bars, Restaurants, Diskotheken, Kinos und Läden befinden sich hier.
Ich wusste jetzt schon, dass es mir hier nicht langweilig würde. Am Abend

St Julian s

setzte ich mich auf eine der vielen Terrassen und sah dem Geschehen um mich zu.  Am folgenden Morgen fuhr ich mit dem Bus nach Valletta. Da ich informiert war, wie die Busfahrer versuchten die Fremden übers Ohr zu hauen, achtete ich darauf, dass er
den richtigen Fahrpreis berechnete. Natürlich wollte er etwas mehr haben. Als ich mich wehrte, entschuldigte sich der Mann mit vielen Worten.

In Valletta angekommen, spazierte ich zuerst durch das Stadttor bis zum Upper Barracca Gardens, wo viele Denkmäler stehen und an deren Ende ein Aussichtspunkt ist.

Der Standort bietet eine herrliche Sicht auf den Grand Harbour.
Die grossartigen Bauwerke aus rötlichen Steinen sind atemberaubend.
Diese Sicht faszinierte mich derartig, dass ich beinahe täglich hierhin pilgerte.
Anschliessend schlenderte ich durch die engen Strassen der Stadt. Diese sind ebenso beeindruckend.
Die mehrstöckigen, aneinander gereihten Häuser, haben alle Balkone, die aus der arabischen Zeit stammen

Upper Barracca Gardens

Sie sollten den Frauen, die sich vor den Öffentlichkeit verbergen mussten, trotzdem einen Blick auf die Strasse ermöglichen.
Kaum ein Balkon glich dem anderen.
Irgendwie sah es unordentlich aus, aber vielleicht wirkte gerade dies so reizvoll an den Strassen, wie auch die Türmchen auf einigen der Häuser.

Später spazierte ich um die ganze Stadt, die wie eine winzige Halbinsel ins Meer ragt. Überhaupt ist Malta eine kleine Insel von nur knapp 30 Kilometer Länge.

So verweilte ich einige Tage mit wandern und entdecken.
Einmal machte ich auf dem Rückweg von Valletta einen Zwischenhalt in Sliema, das auch ein hübsches Plätzchen ist. Doch ich musste mehr sehen und wollte deshalb nach Gozo fahren.
Ich versuchte einen Ausflug dahin zu buchen.

Halbinsel Valetta

Die einzige Möglichkeit war mit einer Gruppe Holländer zu fahren. Das war mir recht und ich liess mich am nächsten Morgen vom Hotel abholen. Als alle Mitreisenden beisammen waren, fuhren wir nach Cirkewwa, jenen Teil der Insel, wo die Badestrände liegen.

Auf dem Schiff kamen wir Reisenden uns näher. Die netten Holländer waren davon unterrichtet worden, dass eine Schweizerin mitkam und hatten mich bald entdeckt. Jeder versuchte sein Bestes um Deutsch mit mir zu reden. Das fand ich lustig und ich liess den Leuten einen Moment ihre Freude, doch dann gestand ich, eine geborene Holländerin zu sein und die Sprache sehr gut beherrschte. Ich merkte nicht, ob sie enttäuscht oder erleichtert waren.

In Mgarr auf Gozo ging das Schiff vor Anker.

Fähre zwischen Valetta und Gozo

Wir fuhren mit einem Bus  weiter.Der erste Halt war in Xlendi, einem gemütlichen Fischerdorf im Süden, das einen Badestrand hat.
Ein weisser steinerner Engel auf einem hohen Sockel wacht über das Geschehen.
Wir bekamen

Hafen von Mgarr

Xlendi

genügend Zeit uns umzusehen. Anschliessend fuhren wir nach der Azure Window.
Dort steht ein Felsen im Bogen über dem Meer, wo das klare Wasser hindurch strömt.
Es war herrlich, hier einen Spaziergang zu machen.
Nach einem kurzen Aufenthalt ging es weiter nach Victoria.
Es ist hübsches kleines Städtchen,

Azure Windows bei schönem Wetter

Azure Windows bei Sturm

wo vielen Kirchen stehen. Einige davon durften wir näher betrachten. Obwohl sie schön waren, hatte ich schon bald genug Kirchen gesehen.
Ich sah mir lieber die Ortschaft an um anschliessend auf einer Treppe vor einer Kirche im Schatten eines Baumes zu rasten. Es war an diesem Tag sehr heiss.

Gozo ist wesentlich kleiner als Malta, nur 14 Kilometer lang. Hier herrscht eine ungewöhnliche Ruhe.
Hektik ist für die Gozoaner ein Fremdwort. Diese Menschen leben wie in einem Paradies.

Am nächsten Tag begab ich mich wieder in das unruhige Leben auf Malta. Aber ich sehnte mich bald wieder nach Ruhe und entschloss mich, am Tag

Victoria

darauf zu den blauen Grotten zu fahren. Wie üblich musste ich zuerst mit dem Bus nach Valletta um von dort weiter zu kommen. Dort kaufte ich ein Ticket nach Zurrieq und hoffte, von dort mit einen anderen Bus weiter zu kommen.
Es war eine schöne Fahrt bis dahin. Aber als ich in Zurrieq auf der Strasse stand, ging kein Bus nach unten.
Doch ein Taxi stand dort. Ein junger Engländer, der anscheinend das gleiche Ziel hatte, sprach mit dem Taxifahrer. Ich ging auf ihn zu und fragte, mitfahren zu dürfen.
Er gestattete es mir und war vielleicht froh, den Fahrpreis halbieren zu können.

Unten am Meer sah ich mich zuerst um. In einer Bucht, von nackten Felsen umgeben, lagen viele kleine, buntbemalte Boote.
Schliesslich entschloss ich mich zu den Grotten zu gehen.
Drei Engländer stiegen gerade in ein Bötchen. Ich fragte, ob sie mich auch mitnehmen wollten. Ich durfte auch einsteigen und beteiligte mich am Fahrpreis.
Die kurze Tour war prächtig. Es ging unter Felsen hindurch und teilweise war das Wasser so blau, dass es beinahe nicht wahr sein konnte.

Blaue Grotte

Hier erlebte ich unvergessliche Eindrücke. Nach der Fahrt, als wir wieder an Land waren, sah ich mich noch ein wenig um und hoffte, dass ein Taxi käme. Aber anscheinend das einzige Taxi in der Gegend war anderswo unterwegs oder machte gerade
eine Pause.

Nach langem Warten entschloss ich mich dazu, nach Zurrieq zu wandern. So weit war es ja nicht; aber das trüge. Es war in der Tat nicht sehr weit, aber ich musste nach oben marschieren. Der Weg war wunderschön. Das Meer verschwand immer tiefer unter mir. Stellenweise wachsen Palmen, Kakteen und andere Pflanzen. Allmählich kam ich ins Schwitzen, denn auch heute war es sehr heiss und die Steigung machte mir zu schaffen.

Wieder oben in Zurrieq angekommen, hoffte ich eine Terrasse oder einen Laden in der Nähe der Bushaltestelle zu finden, weil ich durstig war.
Das Einzige, das zu sehen war, war eine öde Strasse an deren Ende eine hübsche Kirche steht. Leider konnten alle Heiligen meinen Durst nicht löschen. Der Bus kam, worin ich mich erholen konnte.

In Valletta suchte ich zuerst eine Terrasse, um etwas trinken zu gehen.

Bushaltestelle Valetta

Natürlich konnte ich es nicht lassen, anschliessend zu meinem  Lieblingsaussichtspunkt zu wandern um dort, wie schon öfter, die Aussicht zu geniessen. Später sah ich zu, wie im Park Menschen die in grossen Scharen vorhandenen Tauben und Katzen  fütterten.

Abends genoss ich das Leben auf der Terrasse in St. Julians und bevor der Urlaub zu Ende ging, machte ich noch eine Fahrt mit einem Boot rund um die Insel. Auf welcher Seite ich mich auch befand, ich genoss die Schönheit der kleinen Insel im Mittelmeer

 
 

Malta:

398.000 Einwohner

131 x kleiner als die Niederlande

   

  Joyce

053.1006