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Santorini
Text: Joyce Frey
Reisezeit: September 2000

     

 

Korfu

Lesbos

Mykonos

Santorini

Zakynthos

         

Nach einer turbulenten Landung waren wir heil auf der Insel Santorini angekommen, wo meine Tochter und ich einen herrlich warmen Urlaub machen wollten. Ein kalter Wind blies uns um die Ohren.
Schnell waren wir im Hotel angekommen, wo unser Zimmer aber noch nicht hergerichtet war.

Wir sollten es uns auf der Terrasse gemütlich machen, wo ein Getränk offeriert wurde. Zum Glück hatten wir noch warme Pullover an. Als wir uns später eingerichtet hatten, wollte Sandra zum Meer gehen. Barfuss ging sie hinein, bekam jedoch schnell kalte Füsse.Am nächsten Morgen wehte es nicht mehr so heftig und die Temperatur war gestiegen. Aber da es noch nicht warm genug war, um am Strand zu liegen, entschlossen wir uns nach Thira zu fahren. Als der Bus dort angekommen war, folgten wir den anderen Passagieren.

Der Zick-Zackweg von Thira zum Meer

Bald ereichten wir enge Gassen mit vielen Läden und Restaurants.
Es war gemütlich hier.
Dann erreichten wir das Meer, das strahlend blau unter uns lag. Ein Pfad lief zick-zack nach unten.
Es war wirklich tief.
Drei Möglichkeiten gab es, um hinab zu gehen: Zu Fuss, auf dem Esel oder mit einem Lift. Wir taten das vierte und gingen erst gar nicht nach unten, sondern setzten uns auf eine gemütliche Terrasse um etwas zu trinken.
Vor uns lag die Kraterinsel Fira. Auf den ersten Blick verliebte ich mich in diese Aussicht.

Aussicht ab Fira

Sie war wunderschön.

Nochmals Fira

Später ging ich noch öfter hierhin, um diese Aussicht zu geniessen. Nach der Rast entschlossen wir uns doch noch dazu, nach unten zu gehen. Das war gar nicht so einfach, weil der Weg bepflastert war mit Eselmist.
Auch einige Tiere gingen an uns vorbei, die ihren Weg hatten, von dem sie nicht abwichen. So blieb uns nichts anderes übrig, als die Tiere vorbei gehen zu lassen.
Unten angekommen, sahen wir zu der Stadt hinauf. Ins Wasser lagen einige Boote die so weiss waren wie die Häuser hier.
Als wir genug gesehen hatten, sollte der Aufstieg beginnen.
Da wir keine Lust dazu verspürten, den steilen Pfad hinaufzuklettern, nahmen wir ein Taxi. Eine Menge Transportmittel standen auf dem Parkplatz. Nachdem ich das Fahrgeld bezahlt hatte, bekamen wir je einen Esel. Ein stückweit ging es zügig voran, bis ein anderer Esel Sandra passieren wollte. Ihr Tier liess das nicht zu und begann zu rennen, um der vorderster zu bleiben. Meiner streikte.
Er machte keinen Schritt weiter. Ich bat ihn den Weg fortzusetzen.
Er brauchte ja nicht zu rennen, aber sollte einfach nur vorwärts gehen.
Dann spürte ich, wie meine Beine auseinander gingen.
Es war klar, dass der Esel Bauchkrämpfe hatte.

Santorinitaxi

Der Krampf legte sich bald und meine Beine gingen wieder nach unten. Nun ging das Tier einige Schritte. Ich hatte schon die Hoffnung weiter zu kommen. Doch abrupt blieb das Tier wieder stehen. Der Leib dehnte sich und meine Beine spreizten auseinander. Nun war ich mir sicher, dass der Esel Schwierigkeiten mit der Verdauung hatte. Plötzlich fing er zu rennen an, aber nur einige Schritte. Dann blieb er in einer Ecke stehen, wo braune Ballen lagen, die verdünnt waren mit ebenso braunem Wasser. Es stank fürchterlich. Mein Taxi hob den Schwanz und liess den Berg mit Ballen weiter wachsen.
Als das Geschäft erledigt war, lief er gemütlich nach oben. Sandra war schon weit vor mir. Ich konnte sehen, wie ihr Lastesel sich in eine Lücke zwischen anderen Eseln begab und sie abstieg.

Thyra

Meiner lief weiter nach oben, um sich in seinen Parkplatz zu stellen.

Dann kletterten wir das letzte Stück hoch bis die Stadt wieder erreicht war.
Da der nächste Tag immer noch nicht so heiss war, entschlossen wir uns zu den Ruinen von Thira zu gehen.
Da die Tour mit den Eseln so lustig gewesen war, wollten wir hier auch auf dem Esel nach oben reiten..
Wir standen am Fuss des Berges, wo zwar viele Eselsballen lagen aber kein Tier zu sehen war.

Ruinen von alt Thira

Wir mussten auf einen Kleinbus warten.

Kamari Beach

 Einige andere Passagieren fuhren auch mit. Der Weg führte zick-zack nach
oben. Der Kamaribeach war einen Moment links und im anderen rechts von mir, und nach jeder Kurve lag das Meer tiefer. Die Endstation war erreicht und wir mussten noch ein Stück zu Fuss weiter nach oben gehen.
Inzwischen hatte der Wind sich gelegt und es war wärmer geworden; fast schon zu warm um zu klettern.
Aber wir hatten das Ziel erreicht und besichtigten die Ruinen.
Am nächsten Tag war es dann so warm, dass wir uns am Strand verweilen konnte, der nur wenige Strassen vom Hotel entfernt lag.
Am Abend flanierten wir über die gemütliche Promenade

mit den Restaurants und Läden.

Vulkaninsel Nea Kameni

Am Tag darauf machten wir eine Bootsfahrt zur Insel Nea Kameni.
Die Reiseleiterin hatte uns empfohlen gute Schuhe anzuziehen.
Bei der Ankunft verstand ich auch warum.
Die Insel besteht aus grossen und kleinen Steinen, die pechschwarz sind. Sie ist eine Vulkaninsel.
Gelegentlich kamen ein paar Rauchschwaden aus dem Boden, die nach Schwefel riechen, aber einen Vulkan hatteich nicht gesehen.
Nach der Wanderung mussten wir auf das Schiff, um nach Palea Kameni zu fahren.
Vor der Insel liegt eine Quelle, wo Schlamm quillt, das verjüngend

Palea Kameni mit warmen Schlammquelle

wirken soll. Die guten Schwimmer konnten hier ins Wasser gehen.
Meine Tochter sprang vergnügt hinein und schwamm flink zur Quelle.
ch sah ihr eine Weile zu und bekam dabei Hunger.
Ich wollte Brötchen kaufen gehen, aber der Vorrat war ausgegangen.
Als Sandra wieder an Bord kam und erzählt hatte, wie schön es gewesen war, klagte sie auch über den Hunger.
Ich sagte, dass sie warten musste, bis wir wieder an Land waren. Später kamen wir vor der Insel mit dem schönen Name Thirasia an.
Die meisten Menschen rannten zum Restaurant, wo sie Schlange standen um Essen zu bekommen.
Statt lange zu warten, gingen wir dem Ufer entlang bis zum Ende, wo eine Mühle steht.
Dann schlenderten wir zurück zum Restaurant, wo gebratener Fisch, Gemüse und Reis serviert wurde. Wir setzten uns mit den vollen Tellern auf eine Bank am langen Tisch auf der Plattform über dem
Wasser. Nach dem Essen fütterte Sandra die Fische, die unter den

Thirasia

Planken hervor geschwommen kamen, mit dem übrig gebliebenen Brot. Gierig schnappten die
Fische danach.
Als alle Mägen gesättigt waren, gingen wir nochmals zum Ufer, setzen uns auf einen Stein und tauchten die Füsse ins Wasser.
Inzwischen war es schon herrlich warm geworden.
Neben uns lag eine Insel, die braun war. Alle anderen wirkten eher schwarz.
Die Sirene des Schiffes heulte, was bedeutete, dass
Alle an Bord kommen sollten. Es war das letzte Schiff, das hier noch vor Anker lag. Als alle Passagiere an Bord waren, konnte die Fahrt weitergehen. Die wenigen Menschen, die auf der Insel leben, fingen mit den Aufräumungsarbeiten an, um am nächsten Tag wieder neue Touristen zu empfangen.

 Sicht von Thirasia auf Santorini

Wir kamen wieder in der Nähe von Santorini an. Das Schiff
nahm Kurs auf Oia. Als ich zu der Stadt hinauf sah, war der erste Gedanke:“ Der Berg ist mit Schnee bedeckt.“ Doch einige roten Dächer machten klar, dass die weisse Fläche, die Häuser waren.
Als wir von Bord gehen konnten, thronte die Stadt weit über uns.
Wir wollten ein Taxi nehmen, aber keines war da, weil eine Gruppe Skandinavier sie vor uns weggeschnappt hatte.
In der Wartezeit wusste die Reiseleiterin schöne Geschichten über diese Insel zu erzählen. Als die Esel wieder herunter kamen, nahm Sandra den ersten der kam, und diese hatte es eilig wieder nach oben zu kommen.
Ich hatte das Pech, wieder ein defektes Taxi zu haben.
Sein Körper bebte so sehr, dass ich glaubte, auf einem Vulkan zu sitzen, der kurz vor dem Ausbruch stand.

Der Treiber sah besorgt zu seiner Einnahmequelle.

Oia: Ein anderes Paradies

Er bat mich abzusteigen, um auf einem anderen Platz zu nehmen. Sandra wartete oben auf mich. Wir sollten einen Sonnenuntergang erleben, aber waren zu früh da.
Mit Bedenken sah ich zum Himmel empor zu den Wolken, die sich bildeten.
Ich hatte wenig Hoffnung, den Untergang sehen zu können.
Doch wir gingen zum Punkt, wo es am schönsten sein sollte.
Aber die Sonne war schon  untergegangen.
Stattdessen besichtigten wir die engen Gassen mit den Läden und Restaurants.
 
Ich nahm einen kleinen Schluck davon, um es zu testen. Mein Körper brannte.
Nun waren sicher alle Bakterien tot, die sich in mir befunden hatten. Sandra trank tapfer den Rest.
Mit Tränen in den Augen schwor ich, nie wieder Raki zu trinken.
Am nächsten Tag lagen wir meistens am Strand und machten zwischendurch kurze Spaziergänge. Dabei bewunderten wir die Blumen und Weinreben, die hier auf dem Boden zusammen geflochten waren.
Das wurde so gemacht, um sie vor den heftigen Winterwinden zu schützen.
Am Tag darauf mieteten wir einen Scooter. Schnell hatte Sandra die Maschine unter Kontrolle. Wir fuhren zum höchstgelegenen Dorf der Insel, Pyrgos.
Dort hatten wir einen herrlichen Blick auf Thira und Oia und die umliegenden

Oia

 Inseln. Wir spazierten im Dorf durch schmale Gassen auf und ab, die nur zu Fuss

oder mit dem Esel zu begehen sind.
Weisse Häuser mit blauen Fensterläden und Türen stehen nahe beieinander. Das Mittagsessen bestand aus einem Souflaki, den wir auf einer Bank assen. Wir beobachteten die Touristen die kamen und gingen. Anschliessend fuhren wir nach Monolithos. Das war ein langweiliger Strand mit einigen Pensionen in der NäheEinige Tage später fuhren wir mit dem Bus nach Thira, um von dort weiter nach Oia zu fahren. Als der Bus vor Oia den Berg hinauf fuhr, war das flache Land zu sehen, das im Frühling und Sommer sicher saftig grün gewesen war. Nun war alles verdorrt.
Wir flanierten durch die gemütlichen, engen Gassen und sahen die Läden an.
Den Rest des Urlaubs verbrachten wir am Strand, mit Wanderungen, gemütlichem Essen und Trinken.
Am heissesten Tag mussten wir zurück fliegen.

Es war 30 Grad warm.....

Pyrgos

 

     

  Joyce

 

Joyce Frey - Julien ,  Autorin des Romans  " Das verwundete Mädchen " 
ISBN 3-89950-036-9. Ausgabe von Fischer und Fischer - Frankfurt 

 
033.2005